Verbraucherpreisinflation wird 2022 voraussichtlich moderat bleiben

Veröffentlichungsdatum:13.12.2021     Quelle:german.china.org.cn
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Die Verbraucherpreisinflation in China wird voraussichtlich den im November verzeichneten Aufwärtstrend fortsetzen, aber im nächsten Jahr insgesamt mild bleiben. Dies werde der Geldpolitik Spielraum zur Stützung der Wirtschaft lassen, sagten Experten am Donnerstag.

 

Der Verbraucherpreisindex des Landes, ein Hauptindikator für die Inflation, sei im vergangenen Monat im Jahresvergleich um 2,3 Prozent nach 1,5 Prozent im Oktober gestiegen, was auf steigende Preise für Gemüse, Öl und Diesel zurückzuführen sei, so das Nationale Amt für Statistik am Donnerstag.

 

Kang Yong, Chefvolkswirt bei KPMG China, sagte, dass sich der Aufwärtstrend bei der Verbraucherinflation im Jahr 2022 fortsetzen könnte, da sich der Preis für Schweinefleisch erholen und der Inlandsverbrauch anziehen werde, die Vergleichsbasis niedrig sei und die höheren Rohstoffpreise auf nachgelagerte Konsumgüter umgelegt würden.

 

Insgesamt könnte die Inflation in China im nächsten Jahr jedoch mild und kontrollierbar bleiben, da die Erholung des Verbrauchs angesichts der anhaltenden Pandemieunsicherheiten stetig verlaufen dürfte, während der Preisanstieg bei den vorgelagerten Rohstoffen durch die wiederhergestellten Lieferkapazitäten weiter gedämpft werde, so Kang.

 

Er fügte hinzu, dass das jährliche Wachstum des Verbraucherpreisindexes in China in diesem Jahr bei etwa 0,9 Prozent und im nächsten Jahr bei 2,3 Prozent liegen dürfte, was in beiden Fällen unter den jeweiligen Vorgaben der Regierung liege.

 

Im November haben die Bemühungen der Politik, das Angebot an Kohle, Metallen und anderen Rohstoffen anzukurbeln, das Wachstum des chinesischen Erzeugerpreisindexes, der die Herstellungspreise misst, von 13,5 Prozent im Oktober auf 12,9 Prozent im Jahresvergleich gedrückt die erste Verlangsamung seit fünf Monaten.

 

Die verbesserten Werte kommen zu einer Zeit, in der man befürchtet, dass der globale Inflationsdruck bis ins Jahr 2022 anhalten könnte, nachdem die US-Notenbank kürzlich nicht das Wort transitorisch bei der Beschreibung der Inflation benutzt hatte.

 

Der Unterschied in der Geldpolitik weltweit im Vergleich zu China hat dazu geführt, dass die Inflationsangst (in China) etwas geringer ist, sagte Philip Li, Investment Director bei Wellington Management, einem globalen Fondsmanager.

 

Die Chinesische Zentralbank habe eine vorsichtigere Politik verfolgt als viele ihrer Konkurrenten, was zu einer geringeren Marktliquidität und einer besser kontrollierten Inflation geführt habe, so Li.

 

Der Markt erwartet von der Zentralen Wirtschaftsarbeitskonferenz weitere Hinweise auf die chinesische Geldpolitik im nächsten Jahr, nachdem ein hochrangiges Treffen eine umsichtige, flexible und angemessene Geldpolitik gefordert hatte.

 

Die Verbraucherpreisinflation in China könnte im nächsten Jahr ansteigen, aber nur auf eine milde Art und Weise, die keine größeren Einschränkungen für die Geldpolitik mit sich bringen wird, sagte Chen Dong, Leiter der makroökonomischen Forschung für Asien bei Pictet Wealth Management, einem Schweizer Unternehmen.

 

Um die Wirtschaft zu stützen könnte die Zentralbank laut Chen den Mindestreservesatz im ersten Quartal des nächsten Jahres erneut senken, nachdem eine Senkung des Mindestreservesatzes bereits am 15. Dezember in Kraft treten soll. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bleibe jedoch gering, so Chen weiter.